10 Jahre Beratungs-und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland

10 Jahre Beratungs-und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland

Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. ( SkF) engagiert sich als Fachverband der katholischen Kirche für in Not geratene Frauen, Familien und Kinder unabhängig von Weltanschauung, Nationalität und Konfession.

Am 22.11. 2017 feiert die Beratungs-und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland ihr 10 jähriges Jubiläum. Dieses findet unter Schirmherrschaft von  Frau Ministerin Monika Bachmann im Rathausfestsaal der Landeshauptstadt Saarbrücken statt. Die Stelle wird finanziert vom Ministerium für  Soziales,  Gesundheit,  Frauen und Familie und befindet sich in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen. Die Mitarbeiterinnen der Interventionsstelle  beraten erwachsene Opfer von häuslicher Gewalt nach dem proaktiven Ansatz saarlandweit unabhängig von Alter, Geschlecht und Nationalität. Die Stelle kooperiert eng mit der saarländischen Polizei. Diese schickt bei einem Polizeieinsatz oder Anzeigeerstattung mit Einverständnis der Betroffenen ein Fax an die die Interventionsstelle und die Beraterinnen nehmen Kontakt auf. Das heißt, die Betroffenen müssen sich nicht selbst bei der Beratungsstelle melden. Dadurch werden auch Opfer erreicht, die sonst keine Hilfe in Anspruch nehmen würden.

Aufgabe der Interventionsstelle ist es an der Schnittstelle zwischen Polizeieinsatz und weiteren zivilrechtlichen und Hilfsmaßnahmen den Betroffenen Unterstützung anzubieten. Inhalt der Beratungsgespräche sind Informationen über das Gewaltschutzgesetz, Gewaltdynamiken, Schutzmöglichkeiten und bei Bedarf Weitervermittlung  an andere geeignete Stellen. Die Stelle hat pro Jahr im Schnitt 700-800 Fälle zu bearbeiten. Davon kommen 80-85 % über die Polizei, der Rest sind SelbstmelderInnen. Ungefähr die Hälfte der Betroffenen kommt aus der Landeshauptstadt oder dem Regionalverband Saarbrücken, es gibt also ein klares Stadt-Land-Gefälle. Die Anzahl der Migrantinnen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und macht derzeit 30% der zu Beratenden aus.

Grundlage für die Entstehung der Stelle war die Einführung des Gewaltschutzgesetzes am 01.01. 2002.Dieses besagt, dass bei Gewalt im häuslichen Bereich, der Täter die Wohnung verlassen muss und auch ein Kontakt-und Näherungsverbot ausgesprochen werden kann.

Interventionsstellen gibt es flächendeckend in ganz Deutschland und sie sind –aufgrund des proaktiven Ansatzes-aus der Beratungslandschaft bei häuslicher Gewalt nicht mehr wegzudenken.

Am 22.11., 10:00 Uhr im Rathausfestsaal  Saarbrücken

Fotograf Sascha Markus